Tanzkreis : Vereinsgeschichte
50-Jahre Trabanten
Das Jahr 1737 ist ein sehr entscheidendes für die Stadt Göttingen. In diesem Jahr wurde durch den Kurfürsten Georg August von Hannover die Universität gegründet. Vermutlich war es auch ein einschneidendes Jahr für den Volkstanz in Göttingen.
Der 30-jährige Krieg -100 Jahre zuvor- hatte den Menschen viel Leid und Elend gebracht, wodurch wahrscheinlich ein Teil der überlieferten Tänze unterging. Die Gründung der Universität tat dann ein Weiters. Das Interesse an den alten Tänzen sank, nicht zuletzt durch die neuen Bräuche, die die Studenten mitbrachten.
Dies ist auch der Grund, dass es in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts in Göttingen kaum Volkstanzgruppen gab. Im Jahre 1957 fand im Sommer ein Jugendzeltlager statt. Einer der damaligen Leiter konnte Jugendliche mit Volkstänzen aus aller Welt begeistern.
Im Frühjahr 1958 fanden sich diese Teilnehmer zu einer Jugendgruppe, gaben sich eine Satzung und einen Namen -TRABANTEN-. Mann übte regelmäßig einmal wöchentlich. Aber auch Sportstunden, gemeinsame Wochenendfahrten, Wanderungen und Treffen mit anderen Volktanzgruppen wurden durchgeführt. Häufig lud man unsere Gruppe zum Tanzen bei geselligen Verantstaltungen oder solzialen Einrichtungen wie Behinderten- und Altenheimen ein. Dies hat sich bis heute erhalten.
Durch die Teilnahme an Volkstanztreffen lernten wir viele deutsche und ausländische Gruppen kennen, mit denen wir auch heute noch Kontakt pflegen. Da wir keine überlieferte Göttinger Tracht fanden, gestalteten wir eine eigene, wobei wir uns an Motive anderer niedersächsischer Trachten orientierten. Im Laufe der Jahre wechselte ihr Aussehen mehrmals. Dazu kam 1975 eine Tracht, in der wir russische Tanze und Balkantänze darbieten.
Durch Anwachsen der Mitgliederzahl mußten die Übungsmöglichkeiten erweitert werden. Anfang der 60er Jahre wurde ein Kreis für 12- bis 15-jährige gegründet. Durch Herabsetzung des Eintrittalters auf 4 Jahre kamen in altersmäßigen Staffelungen immer mehr Übungskreise hinzu. Im Jahre 1977 gründeten wir zusammen mit den Göttinger Werkstätten für Behinderte einen zusätzlichen Tanzkreis, in dem Behinderte und Nichtbehinderte zusammen tanzen.
Außer unseren Übungsstunden führen wir Zeltlager, zahlreiche Auftritte, sowie Begegnungen mit anderen Gruppen im In- und Ausland durch. Letztere sind meist Höhepunkte der Volkstanzarbeit eines Jahres.